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Erinnerungen

Gelungenes und anspruchsvolles Weihnachtskonzert der Fischenicher Blau-Weißen

Trotz Schnee und Eis war die Fischenicher Pfarrkirche beim Weihnachtskonzert des Blasorchesters der Fischenicher Blau-Weißen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst die aus dem benachbarten Martinushaus vorsorglich herbei geschafften Stühle waren alle besetzt. Der musikalische Leiter Gerd Außem hatte sich weltweit umgehört und zahlreiche neue Werke aus dem englischsprachigen Raum entdeckt und mit dem großen Blasorchester einstudiert. Das Ergebnis konnte sich hören lassen.

Als Uraufführung erklang in Anwesenheit des Komponisten Sebastian Middel das an­spruchs­volle und melodische Werk „Erinnerungen“, das von dem Militär­musiker für sinfonische Blas­musik komponiert wurde und dem diesjährigen Weihnachtskonzert den Namen gab. Der Komponist, der an der Musik­hochschule in Düsseldorf studiert hat, komponiert schon seit seiner Jugend. Nach seiner Versetzung zum Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg widmet er sich wieder verstärkt dem Komponieren sinfonischer Blasmusik. Die zauberhaften Melodien und Soli des Werkes „Erinnerungen“ fanden bei den begeisterten Besuchern sehr viel Beifall. Das war Gänsehautfeeling pur.

Das Konzert begann mit dem walisisches Weihnachtslied „Here we come A'Caroling“ von Rob Royeyn, gefolgt von Themen aus der „Nussknacker-Suite“ von Tschaikowsky. Nach den „Erinnerungen“ spielte das gut aufgelegte Orchester die bilderreiche sinfonische "Berg­weih­nacht" von Ernest Majo, danach die „Fantasia on whe tree Kings“, einen traditionellen englischen Choral, sehr schön arrangiert von Jack Bullock, sowie eines der erfolgreichsten amerikanischen Weihnachtslieder, „The Drummer Boy“, in einer Bearbeitung von Thomas Berghoff.

Seit 1919 eröffnet das Orchester des King's College zu Cambridge den Gottesdienst an Heilig­abend vor Millionen Radiohörern traditionell mit dem englischen Weihnachtslied „Once in Royal David's City“ von Henry Gauntlett. Auch wenn in der Fischenicher Kirche nur einige Hundert Besucher zuhörten, so spielten die Fischenicher Blau-Weißen dieses schwierige Werk dennoch mit großer Begeisterung. Passend zum Winterwetter folgte „Snow Day Celebration“, ein leichteres Stück in bester Hollywood-Tradition, und „In the bleak Mid-Winter“, ein schlichtes englisches Weihnachtslied von Gustav Holst, arrangiert von Philip Sparke.

Den offiziellen Teil des Konzertes beschloss das grandiose Weihnachtslieder-Potpourri „In heil'ger Nacht“ mit den schönsten deutschen Weihnachtsliedern. Das sehr beifallfreudige Publikum erklatschte sich als Zugabe die besinnliche Ballade „Heal the World“ von Michael Jackson. Dazu zündeten die Konzertbesucher Kerzen an. Als Titel für den Heimweg spielten die Fischenicher abschließend „Drivin home for Christmas“ von Chris Rea, arrangiert von Geert Deforche und gesungen von Saxophonist Markus Siegl. Im Anschluss an das Konzert ließen Besucher, Mitwirkende und Angehörige das kurzweilige und gelungene Konzert im benachbarten Martinushaus mit Glühwein, Kakao und Gebäck ausklingen.

Mit diesem Konzert bewiesen die Blau-Weißen nach gerade mal sechs sehr intensiven Probenwochen, dass sie musikalisch auch im klassisch-weihnachtlichen Bereich eine gute Figur abgeben können. Die Röhrenglocken, Pauken, Vibraphone und zahlreiche weitere Percussionsinstrumente, ohne die ein richtiges Weihnachtskonzert nicht möglich wäre, mussten von befreundeten Orchestern ausgeliehen werden. Die vereinseigenen Instrumente waren bei dem Großbrand im August 2009 ein Opfer der Flammen geworden.

Helmut Görtz